Alarmierende Anzeichen

Typisch für die Nesselsucht ist das stark wechselnde Bild der Haut, das viele Betroffene immer wieder so beschreiben: "Abends ist die Haut noch vollkommen normal, am nächsten Morgen sieht sie aus, wie ein Streuselkuchen und man hält es vor Juckreiz kaum noch aus, und wenn man am späten Vormittag endlich beim Doktor ist, ist nichts mehr zu sehen." Während eines Schubes sind am häufigsten Quaddeln zu sehen, aber auch Rötungen und tiefe Hautschwellungen sind nicht selten. Bei der Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit Urtikaria kommen sowohl Quaddeln als auch tiefe Hautschwellungen vor. Ca. 40% der Patienten mit Nesselsucht bekommen nur Quaddeln und ca. 10% bekommen ausschließlich Angioödeme. Warum die Urtikaria bei solchen Patienten, die auch tiefe Hautschwellungen aufweisen, häufiger länger dauert und öfter einen schwereren Verlauf nimmt, ist noch ungeklärt.

Im Vordergrund steht der oft unerträgliche Juckreiz, der von vielen Patientinnen und Patienten als ungemein quälend empfunden wird. Wenn man sich vorstellt, dass wir, wenn wir eine Brennnessel berühren oder uns ein Mücke sticht, für eine ganze Weile an nichts anderes denken können, als an den damit verbundenen Juckreiz...  Bei Patienten mit einer Urtikaria treten die Quaddeln oft am ganzen Körper auf, und nicht nur einmal, sondern oft mehrmals täglich und das jeden Tag über Monate, Jahre und sogar Jahrzehnte... Dazu kommt, dass sich der menschliche Körper - anders als an andere Reize wie z.B. Wärme oder Druck - an Juckreiz nur schlecht gewöhnt. Der Nesselsucht-Juckreiz will übrigens (anders als der Juckreiz bei z.B. Neurodermitis) gerieben und nicht gekratzt werden, d.h. durch Fingernägel aufgekratzte Haut findet sich selten. Oft wird dagegen berichtet, dass die juckenden Hautstellen mit den Fingerkuppen für lange Zeit "gerubbelt" werden müssen. Fast immer wird die betroffene Haut als überwärmt und nach dem Abklingen eines Schubes als trocken empfunden. Gelegentlich berichten Patienten auch über ein Brennen der Haut, selten über regelrechte Schmerzhaftigkeit der befallenen Hautstellen.

Viele Patienten berichten, dass während eines Schubes ihrer Nesselsucht Kopfschmerzen oder Gelenkschmerzen auftreten. Hier ist als erstes zu klären, ob die Quaddeln, der Juckreiz oder die Schwellungen nicht eine Folge der Behandlung der Schmerzen darstellen und beispielsweise durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. in Aspirin®) oder anderen chemisch verwandten Medikamenten ausgelöst wurden. Wir wissen nämlich, dass viele Medikamente zu einer Nesselsucht führen können. Patientinnen und Patienten, die unter einer Nesselsucht leiden, sollten an Stelle von Acetylsalicylsäure ein unbedenklicheres Schmerzmittel, wie z.B. Paracetamol einnehmen.

Schmerzen können aber auch auf eine Entzündung hinweisen und es ist bekannt, dass chronische, d.h. über einen längeren Zeitraum bestehende Entzündungen eine Nesselsucht unterhalten können. Schließlich treten Schmerzen tatsächlich nicht selten zusammen mit den Schüben einer Nesselsucht auf, ohne dass sich erklären lässt, wie es dazu kommt. Ein möglicher Grund könnte in den hohen Mengen von Histamin liegen, die bei einem Urtikariaschub freigesetzt werden.

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