Die häufigsten Fragen im Überblick

Nein, bisher gibt es keine Hinweise dafür, dass die Urtikaria vererbbar ist. Es kann vorkommen, dass in einer Familie zwei oder sogar mehr als zwei Familienmitglieder an einer Urtikaria erkranken. Das liegt jedoch daran, dass Utikariaerkrankungen häufig sind, und deshalb auch einmal rein zufällig mehr als ein Familienmitglied an einer Nesselsucht leidet.

Nein, die Nesselsucht ist nicht ansteckend. Selbst in solchen Fällen, in denen Infektionen (z.B. durch Bakterien, Viren oder andere Erreger) für das Auftreten einer Urtikaria verantwortlich sind, ist es nicht so, dass mit dem Keim auch die Urtikaria an andere Personen weitergegeben wird. Immerhin haben viele Menschen bakterielle Infektionen, ohne eine Urtikaria zu bekommen. Mit anderen Worten: Auch die undefinedInfekt-Urtikaria ist nicht ansteckend.

Ja, das stimmt. Es gibt eine solche Form der Nesselsucht. Sie heißt Aquagene Urtikaria und ist extrem selten. Sie wird auch nicht immer erkannt, und gelegentlich für eine Wärme- oder undefinedKälteurtikaria gehalten, weil sie nach dem Kontakt mit warmem oder kaltem Wasser auftritt.

Ja, das ist sogar die Regel. Die meisten Fälle der häufigsten Urtikariaerkrankung, der undefinedAkuten Nesselsucht, dauern sogar nur wenige Tage (höchstens Wochen) und heilen von ganz alleine wieder ab. Und auch wenn eine Nesselsucht wie bei Patienten mit Chronischer Urtikaria bereits einige Monate oder Jahre besteht, wird die Erkrankung fast immer mit zunehmendem Alter schwächer oder verschwindet ganz.

Schon zu Zeiten, als die Gründe für das Auftreten der Nesselsucht noch nicht so bekannt wie heute waren (und deshalb viel seltener gefunden wurden), wusste man, dass viele Patienten - auch ohne Behandlung - ihre Urtikaria nach Monaten, Jahren oder Jahrzehnten scheinbar genauso unerklärlich verlieren wie diese entstanden ist. Heute wissen wir, dass sich ein Teil dieser Fälle durch das Abheilen einer zugrundeliegenden Erkrankung (z.B. einer Infektion) erklären lässt.

Nein. Eine ganze Reihe von anderen Säugetieren wird ebenfalls von der Urtikaria geplagt. Beschrieben ist das Nesselfieber bei Pferden, Kühen, Hunden und anderen Haustieren.

Einzelne Urtikariaerkrankungen sind bereits heute in vielen Fällen heilbar. Die Urtikaria und ihre Ursachen sind derzeit in vielen wissenschaftlichen Zentren, Großkrankenhäusern und Forschungsinstituten Gegenstand intensiver Untersuchungen. Diese Anstrengungen lohnen sich, denn in den letzten Jahren haben wir so entscheidende Einsichten gewonnen, vor allem was die undefinedChronische Urtikaria angeht, und viele Formen dieser Urtikariaerkrankung sind deshalb heute schon heilbar. Sei es durch das Meiden oder Beseitigen des verantwortlichen Auslösers, oder durch Medikamente, die das Auslösen von Quaddeln und Juckreiz bremsen oder verhindern.

Sicherlich sind uns immer noch viele Ursachen der Urtikaria unbekannt, und auch die bereits bekannten Spielarten der Nesselsucht stecken noch voller Geheimnisse. Diese Lücken lassen sich nur füllen, wenn wir uns auch weiterhin der wissenschaftlichen Erforschung dieser Erkrankung widmen und diese Forschung fördern.

Diese Beobachtung machen viel Patienten, denn häufig sieht es tatsächlich so aus, als ob Quaddeln sich auf der Haut fortbewegen und immer neue Hautstellen befallen. In Wirklichkeit ist es aber so, dass die Quaddeln an der einen Hautstelle verschwinden, während an einer anderen Stelle neue Quaddeln auftreten. Haut, die gerade gequaddelt hat, muss sich erst "erholen", bevor sie erneut quaddeln kann. Das heißt: Nachdem eine Quaddel verschwunden ist, kann an der gleichen Stelle nicht gleich wieder eine neue Quaddel auftreten. Mitunter nutzen Patienten (z.B. mit einer undefinedCholinergischen Urtikaria) dieses Wissen und bringen die Haut vor einem wichtigen Termin (z.B. einem Sportwettkampf oder einer Familienfeier) mit Absicht zum Quaddeln, weil sie wissen, dass sie dann in den darauf folgenden Stunden von neuen Quaddeln verschont bleiben werden. Diese Erholungsphase (die sogenannte Refraktärphase) entspricht in den meisten Fällen der Zeit, die Mastzellen in der Haut brauchen, um nach einer Aktivierung erneut Histamin freisetzen zu können.

Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass für die Rötung um eine Quaddel nicht in erster Linie das Histamin aus Mastzellen verantwortlich ist. Anders als die Quaddel, die durch den Austritt von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in die Haut entsteht, kommt es zu der Rötung der Haut durch ein Weitstellen der Blutgefäße. Hierfür scheint vor allem das dichte Netzwerk an Nervenfasern in der Haut verantwortlich zu sein, das übrigens - zusammen mit dem Histamin aus Mastzellen - auch dafür verantwortlich ist, dass es juckt, wenn ein Quaddel entsteht. Dieses Nervennetz muss man sich wie ein Bäumchen vorstellen (der Stamm ist die Hauptleitung zum Gehirn), das sich mit seinen Ästen in der Haut verzweigt. Gelangt ein Reiz an ein "Ästchen" des Nervs, so wird die Erregung nicht nur über den Stamm in Richtung Gehirn geschickt, sondern auch entlang der anderen Ästchen (Nervenendigungen) zurück an die Oberfläche der umliegenden Haut. Die erregten Nervenendigungen setzen bestimmte Botenstoffe frei (z.B. die Substanz P), die die Blutgefäße erweitern. Die Folge: die Haut wird besser durchblutet und rötet sich. Weil die Juckreizfasern so weit verzweigt sind und die Erregung in alle Endigungen weitergeleitet wird, ist diese Hautrötung wesentlich großflächiger als die Quaddel, die sich direkt am Einstichort gebildet hat. Achten Sie mal bei Ihrem nächsten Mückenstich darauf!

Weil es so viele verschiedene Ursachen und Auslöser gibt! Kaum eine andere Erkrankung erfordert so viel Detektivarbeit bei der Ursachen- und Auslösersuche wie die Nesselsucht, insbesondere die undefinedChronische Urtikaria. Deshalb ist es sinnvoll, die notwendigen Untersuchungen und Testungen (z.B. Blut-, Urin- und Stuhlanalysen, physikalische Testungen, Antikörperbestimmungen, Diäten, Hormonanalysen, Untersuchungen auf versteckte Infekte, allergologischen Testungen, Befragungen und Interviews) von einer/-em auf die Nesselsucht spezialisierten Fachfrau/-mann/-klinik durchführen zu lassen. Nur wenn ordentlich gesucht wird, kann auch etwas gefunden werden!

Wenig sinnvoll ist es dabei, einen Test nach dem anderen durchzuführen. Das kostet viel Zeit und Nerven. Effektiver ist es, alle Untersuchungen, die im Rahmen der Ursachensuche notwendig sind, auf einmal durchzuführen. Das schafft innerhalb weniger Tage bis Wochen Klarheit und führt zu Ergebnissen, mit denen dann eine erfolgreichversprechende Behandlung durchgeführt werden kann.

Das hängt stark davon ab, welche Ursache und welche Auslöser im Einzelfall eine Rolle spielen. Steht die Ursache oder der Auslöser fest, dann ist in der Regel auch klar, auf was zu achten ist und welche Dinge zu meiden sind. Häufig reichen dann auch einfache Maßnahmen, um das Auftreten der Urtikaria zu verhindern, z.B. konsequenter Sonnenschutz bei undefinedLichturtikaria oder der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel bei einer undefinedIntoleranz-Urtikaria.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Dingen, die von vielen Urtikariapatienten, unabhängig von den Ursachen der Nesselsucht, schlecht vertragen werden. Hierzu gehören bestimmte Medikamente wie das beliebte Kopfschmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. in Aspirin) und andere chemisch verwandte Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten nichtsteroidalen Antiphlogistika. Hauptvertreter dieser Gruppe sind Ibuprofen und Diclofenac. Urtikariapatienten sollten mit der Einnahme dieser Medikamente zurückhaltend sein, und, wenn möglich, diese meiden und durch unbedenklichere schmerzlindernde, anti-entzündliche und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol ersetzen.

Ein weiterer Faktor, der die Nesselsucht so gut wie immer schlimmer werden lässt, ist Stress. Das hört sich banal an, denn wir alle wissen, dass die Haut bei psychischer Belastung zum Teil erheblich mitreagieren kann. Bei der Urtikaria ist Stress als auslösender Faktor eher die Regel als die Ausnahme: Mehr als die Hälfte aller Patientinnen und Patienten beobachten, dass Stress zum Auftreten von Nesselsuchtschüben führt. Urtikariapatienten sollten also alles tun, um jede Form von Stress, beruflicher oder privater Natur, Terminstress oder emotionale Belastung von sich fern zu halten, so schwer dies auch erscheinen mag. Glücklicherweise schaffen es die meisten Betroffenen (häufig mit Hilfe durch Profis), Strategien zu entwickeln, um dem Stress in Ihrem Alltag wirkungsvoll zu begegnen.

Schließlich ist auch bekannt, dass viele Urtikariapatientinnen und -patienten histaminreiche und/oder scharf gewürzte Nahrungsmittel sowie alkoholische und/oder koffeinhaltige Getränke schlechter vertragen als gesunde Menschen. Der Verzicht auf diese möglichen Auslöser kann zu einer erheblichen Besserung oder sogar zum Ausbleiben der Urtikariabeschwerden führen.

Aktuelles

UCARE steht für Urtikaria Zentren - Centers of Reference and Excellence. Das UCARE Netzwerk wird von UNEV unterstützt!

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Auch dieses Jahr ist es am 1. Oktober 2017 wieder soweit: Der 4. Welt-Urtikaria-Tag findet statt.

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